Die U7-Untersuchung findet zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat statt. Aus deinem Baby ist inzwischen ein neugieriges Kleinkind geworden: Es läuft, entdeckt seinen eigenen Willen und versteht immer mehr von dem, was um es herum geschieht.

Bei der U7 wird untersucht, wie sich dein Kind körperlich, sprachlich und sozial entwickelt. Außerdem geht es um Bewegung, Spielverhalten, Zahngesundheit, Impfungen und typische Fragen rund um den zweiten Geburtstag.

U7 auf einen Blick

Zeitpunkt: 21. bis 24. LebensmonatOrt: Eure KinderarztpraxisSchwerpunkte: Sprache, Bewegung, Spielverhalten, Selbstständigkeit und Impfstatus

Das genaue Untersuchungsfenster findest du im Gelben Untersuchungsheft.

Was wird bei der U7 untersucht?

Die Kinderärztin oder der Kinderarzt beurteilt unter anderem:

  • Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang
  • Herz, Lunge und Bauch
  • Augen und Reaktionen auf Geräusche
  • Mund, Zähne und Kiefer
  • Gangbild und Bewegungskoordination
  • Feinmotorik und Spielverhalten
  • Sprachverständnis und Sprachentwicklung
  • Kontaktverhalten und Selbstständigkeit
  • Impfstatus

Dabei zählt nicht eine einzelne Fähigkeit, sondern die Entwicklung deines Kindes als Ganzes.

Spricht mein Kind genug?

Manche Kinder sprechen mit zwei Jahren bereits kurze Zweiwortsätze wie „mehr Wasser“ oder „Papa Auto“. Andere verwenden noch deutlich weniger Wörter und verständigen sich vor allem über Gesten, Laute und Blickkontakt.

Wichtiger als eine genaue Wortzahl ist, ob dein Kind:

  • einfache Wörter und Aufforderungen versteht,
  • auf seinen Namen reagiert,
  • zeigt oder deutet, was es möchte,
  • Blickkontakt und Gesten nutzt,
  • Laute oder Wörter nachahmt,
  • Freude am Austausch mit anderen zeigt.

Die Aussprache muss noch nicht klar sein. Wenn dein Kind kaum auf Sprache reagiert oder nur sehr wenig kommuniziert, kannst du das bei der U7 ansprechen. Dann wird häufig auch das Hörvermögen genauer betrachtet.

Wie entwickelt sich die Bewegung?

Viele Kinder können bei der U7 bereits sicher laufen, ihre Richtung wechseln und auf niedrige Möbel oder Spielgeräte klettern.

Beobachtet wird beispielsweise, ob dein Kind:

  • selbstständig läuft,
  • sich bückt und wieder aufrichtet,
  • Treppen mit Unterstützung bewältigt,
  • einen Ball schiebt, wirft oder tritt,
  • beide Körperseiten ähnlich nutzt,
  • kleine Gegenstände gezielt aufnimmt.

Rückwärtsgehen, Hüpfen oder sicheres Treppensteigen müssen noch nicht zuverlässig gelingen. Entscheidend ist, dass dein Kind im Verlauf neue Bewegungen entwickelt und seine Umgebung aktiv erkundet.

Sind Wutanfälle und häufiges „Nein“ normal?

Rund um den zweiten Geburtstag beginnt bei vielen Kindern die Autonomiephase. Dein Kind möchte selbst entscheiden und vieles allein machen, kann Frust aber noch nicht gut regulieren.

Typisch sind:

  • häufiges „Nein“
  • starke Reaktionen auf Grenzen
  • Wut, wenn etwas nicht gelingt
  • der Wunsch, alles selbst zu machen
  • schnelle Wechsel zwischen Selbstständigkeit und Nähebedürfnis

Diese Entwicklung ist kein Zeichen schlechter Erziehung. Klare Abläufe, kleine Wahlmöglichkeiten und ruhige Begleitung helfen deinem Kind, schrittweise mit starken Gefühlen umzugehen.

Muss mein Kind schon trocken sein?

Nein. Viele Kinder sind mit zwei Jahren noch nicht bereit, zuverlässig auf Toilette oder Töpfchen zu gehen.

Erste Anzeichen können sein:

  • Interesse an der Toilette
  • längere trockene Phasen
  • Ankündigen von Urin oder Stuhlgang
  • Unwohlsein in der nassen Windel
  • der Wunsch, die Hose selbst herunterzuziehen

Trockenwerden lässt sich nicht erzwingen. Druck oder Beschämung helfen nicht. Entscheidend ist, ob dein Kind körperlich und emotional bereit ist.

Wie entwickeln sich Spiel und Sozialverhalten?

Viele Zweijährige spielen noch eher nebeneinander als miteinander. Sie beobachten andere Kinder, ahmen sie nach und beginnen mit einfachen Rollenspielen.

Typisch sind zum Beispiel:

  • eine Puppe füttern
  • mit Autos Alltagssituationen nachspielen
  • Bausteine stapeln
  • Tiere oder Geräusche nachahmen
  • sich für Bilderbücher interessieren

Auch Streit um Spielzeug gehört dazu. Teilen und Rücksichtnehmen entwickeln sich erst nach und nach.

Welche Impfungen werden bei der U7 kontrolliert?

Bei der U7 wird der Impfpass überprüft.

Besonders wichtig ist, ob die Impfserien des Säuglings- und frühen Kleinkindalters vollständig sind. Dazu gehören je nach Impfplan unter anderem die Impfungen gegen:

  • Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Hib und Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Meningokokken B
  • Masern, Mumps und Röteln
  • Windpocken

Fehlende oder verschobene Impfungen können in der Regel nachgeholt werden.

Was solltest du zur U7 mitbringen?

Hilfreich sind:

  • Gelbes Untersuchungsheft
  • Impfpass
  • Gesundheitskarte deines Kindes
  • relevante Befunde oder Arztbriefe
  • gegebenenfalls Informationen aus der Kita
  • eine Liste mit Fragen und Beobachtungen

Typische Fragen für die U7

Du kannst zum Beispiel ansprechen:

  • Spricht mein Kind altersgerecht?
  • Versteht es genug?
  • Entwickelt sich seine Bewegung passend?
  • Sind die Wutanfälle noch normal?
  • Muss mein Kind schon trocken sein?
  • Sind alle Impfungen vollständig?