Die U2-Untersuchung findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt. Sie ist die erste ausführliche körperliche Vorsorgeuntersuchung deines Babys und wird häufig noch in der Geburtsklinik durchgeführt. Wenn ihr schon zu Hause seid oder ambulant entbunden habt, findet sie in einer Kinderarztpraxis statt.

Bei der U2 wird dein Baby von Kopf bis Fuß untersucht. Dabei geht es darum, seine körperliche Entwicklung, die Anpassung nach der Geburt und das Trink- und Gedeihverhalten einzuschätzen. Außerdem wird geprüft, ob die empfohlenen Neugeborenen-Screenings bereits erfolgt sind oder noch organisiert werden müssen.

U2 auf einen Blick

Zeitpunkt: 3. bis 10. LebenstagOrt: Geburtsklinik oder eure KinderarztpraxisDauer: meist etwa 20 bis 30 MinutenSchwerpunkte: Gesundheit und Anpassung des Neugeborenen umfassend beurteilen

Für einen Termin in der Praxis solltest du dich möglichst schon vor der Geburt kümmern. Gerade Kinderarztpraxen haben für die U2 nicht immer kurzfristig freie Termine.

Was wird bei der U2 untersucht?

Die Kinderärztin oder der Kinderarzt untersucht dein Baby gründlich und achtet darauf, ob sich Organe, Körperbau und Bewegungen altersgerecht zeigen.

Zur U2 gehören unter anderem:

  • Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang
  • Hautfarbe und mögliche Gelbsucht
  • Herz und Kreislauf
  • Lunge und Atmung
  • Bauch und innere Organe
  • Mund, Kiefer und Gaumen
  • Augen und Ohren
  • Fontanellen und Kopfform
  • Wirbelsäule, Arme, Beine und Füße
  • Hüftgelenke
  • Genitalbereich und Darmausgang
  • Muskelspannung, Bewegungen und angeborene Reflexe

Auch mögliche Geburtsverletzungen oder körperliche Auffälligkeiten werden kontrolliert.

Gewicht und Trinken: Was ist in den ersten Tagen normal?

Fast alle Neugeborenen verlieren nach der Geburt zunächst Gewicht. Das liegt unter anderem daran, dass sie Flüssigkeit ausscheiden und sich die Milchbildung erst einspielen muss.

Bei der U2 wird deshalb nicht nur das aktuelle Gewicht betrachtet. Wichtig sind auch:

  • Wie viel Gewicht hat dein Baby seit der Geburt verloren?
  • Trinkt es regelmäßig und kräftig?
  • Lässt es sich zum Trinken wecken?
  • Gibt es ausreichend nasse Windeln?
  • Wirkt es nach dem Trinken zufrieden?
  • Beginnt sich das Gewicht wieder zu stabilisieren?

Stillen oder Flaschenfütterung müssen in den ersten Tagen noch nicht reibungslos funktionieren. Wenn dein Baby nicht gut andockt, beim Trinken rasch einschläft oder du Schmerzen beim Stillen hast, ist die U2 ein guter Zeitpunkt, diese Fragen anzusprechen.

Ist die Gelbfärbung meines Babys normal?

Viele Neugeborene entwickeln in den ersten Lebenstagen eine leichte Neugeborenengelbsucht. Dabei lagert sich der gelbliche Blutfarbstoff Bilirubin vorübergehend in Haut und Augen ein.

Meist ist das harmlos und bildet sich von selbst zurück. Bei der U2 wird jedoch darauf geachtet:

  • wie stark die Gelbfärbung ausgeprägt ist,
  • wann sie begonnen hat,
  • ob dein Baby gut trinkt,
  • wie wach und aktiv es wirkt,
  • und ob ein Bilirubin-Test notwendig ist.

Eine zeitnahe Kontrolle ist wichtig, wenn dein Baby zunehmend gelb wird, sehr schläfrig wirkt, sich kaum zum Trinken wecken lässt oder deutlich schlechter trinkt.

Welche Neugeborenen-Screenings finden rund um die U2 statt?

Der Gemeinsame Bundesausschuss führt das erweiterte Neugeborenen-Screening, das Mukoviszidose-Screening, das Hörscreening und das Pulsoxymetrie-Screening als eigene Früherkennungsangebote auf.

Erweitertes Neugeborenen-Screening

Für den sogenannten Fersenbluttest werden wenige Blutstropfen auf eine Filterkarte gegeben. Die Blutprobe wird üblicherweise zwischen 36 und 72 Stunden nach der Geburt abgenommen.

Untersucht wird auf seltene angeborene Stoffwechsel-, Hormon- und Immunsystemerkrankungen. Viele dieser Erkrankungen verursachen anfangs noch keine sichtbaren Beschwerden, lassen sich aber deutlich besser behandeln, wenn sie früh entdeckt werden.

Mukoviszidose-Screening

Aus derselben Blutprobe kann auch auf Mukoviszidose untersucht werden. Dafür ist eine gesonderte ärztliche Aufklärung und Einwilligung erforderlich.

Ein auffälliger Screeningwert bedeutet noch nicht, dass dein Baby die Erkrankung hat. Er zeigt zunächst nur, dass weitere Untersuchungen notwendig sind.

Neugeborenen-Hörscreening

Mit einem kurzen und schmerzfreien Hörtest wird geprüft, ob beide Ohren Schallsignale ausreichend wahrnehmen und weiterleiten.

Der Test wird meist durchgeführt, während dein Baby schläft. Ist das Ergebnis auffällig, kann das auch an Fruchtwasser im Gehörgang, Unruhe oder technischen Bedingungen liegen. Dann wird der Test wiederholt oder genauer abgeklärt.

Pulsoxymetrie-Screening

Ein kleiner Sensor an Hand oder Fuß misst die Sauerstoffsättigung im Blut. Dadurch können bestimmte schwere angeborene Herzfehler früh erkannt werden.

Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

Warum bekommt mein Baby bei der U2 Vitamin K?

Neugeborene haben nur geringe Vitamin-K-Vorräte. Vitamin K ist jedoch wichtig für eine normale Blutgerinnung.

Zur Vorbeugung seltener, aber gefährlicher Blutungen wird in Deutschland meist eine dreimalige orale Vitamin-K-Gabe angeboten:

  • erste Gabe bei der U1
  • zweite Gabe bei der U2
  • dritte Gabe bei der U3

Die Gabe und mögliche Besonderheiten werden im Gelben Heft dokumentiert.

Wann beginnen Vitamin D und Fluorid?

Bei der U2 wird häufig besprochen, wann die tägliche Vorbeugung gegen Rachitis und Karies beginnen soll.

Üblich ist eine tägliche Vitamin-D-Gabe im ersten Lebensjahr und häufig bis in den zweiten erlebten Winter hinein. Zusätzlich wird bis zum ersten Zahn meist Fluorid in Tablettenform empfohlen.

Nach dem Durchbruch des ersten Zahns hängt die Fluoridempfehlung davon ab, ob eine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird. Fluoridtabletten und fluoridhaltige Zahnpasta sollten nicht unkoordiniert gleichzeitig gegeben werden.

Lass dir deshalb in der Kinderarztpraxis konkret erklären:

  • welches Präparat ihr verwenden sollt,
  • wann ihr damit beginnt,
  • wie lange es gegeben wird,
  • und wie die Empfehlung nach dem ersten Zahn angepasst wird.

Was bedeutet die Farbe des Stuhlgangs?

In den ersten Tagen verändert sich der Stuhl deines Babys deutlich:

  • zuerst dunkelgrünes bis schwarzes Kindspech,
  • dann grünlich-brauner Übergangsstuhl,
  • später gelblicher Stuhl bei gestillten Babys.

Sehr heller, grauer, weißlicher oder nahezu farbloser Stuhl ist dagegen nicht normal. Er kann auf eine seltene Störung des Gallenabflusses hinweisen und sollte rasch ärztlich abgeklärt werden.

Eine Stuhlfarbkarte kann helfen, auffällige Farben zu erkennen. Nicht alle Kliniken oder Praxen geben sie separat aus; entsprechende Abbildungen können auch im Gelben Heft oder in Informationsmaterialien enthalten sein.

Sicher schlafen: Was wird bei der U2 besprochen?

Die Beratung zum sicheren Babyschlaf gehört zu den wichtigen Themen der ersten Vorsorgeuntersuchungen.

Empfohlen wird unter anderem:

  • dein Baby zum Schlafen auf den Rücken legen,
  • eine feste, ebene Matratze verwenden,
  • auf Kissen, Decken, Nestchen und Kuscheltiere im Babybett verzichten,
  • dein Baby in einem Schlafsack schlafen lassen,
  • auf eine rauchfreie Umgebung achten,
  • Überwärmung vermeiden.

Bei Fragen zu Familienbett, Beistellbett oder nächtlichem Stillen kannst du deine konkrete Schlafsituation offen ansprechen.

Was solltest du zur U2 mitbringen?

Findet die U2 in einer Kinderarztpraxis statt, sind hilfreich:

  • Gelbes Untersuchungsheft
  • Entlassungsbericht oder Geburtsunterlagen
  • Nachweise über bereits durchgeführte Screenings
  • Gesundheitskarte oder Versicherungsnachweis
  • Windeln und Wechselkleidung
  • Nahrung und Fläschchen, falls dein Baby mit der Flasche gefüttert wird
  • eine Liste mit euren Fragen

Ein Impfpass ist für die U2 meist noch nicht erforderlich. Er kann später angelegt oder ausgegeben werden.

Welche Fragen kannst du bei der U2 ansprechen?

Die U2 ist nicht nur eine körperliche Untersuchung. Sie bietet auch Raum für alles, was euch in den ersten Tagen beschäftigt.

Zum Beispiel:

  • Trinkt mein Baby ausreichend?
  • Ist der Gewichtsverlust noch im erwartbaren Bereich?
  • Ist diese Gelbfärbung normal?
  • Warum schläft mein Baby so viel?
  • Wie oft sollte es nasse Windeln haben?
  • Was hilft bei wunden Brustwarzen oder Schmerzen beim Stillen?
  • Wie erkenne ich, ob mein Baby zu warm oder zu kalt ist?
  • Welche Vitamin-D- und Fluoridgabe ist für uns richtig?
  • Wann findet die U3 statt?

Auch Unsicherheit, Erschöpfung oder Schwierigkeiten beim Füttern gehören ausdrücklich in dieses Gespräch.