Wenn dein Baby nach einer Impfung warm wird oder Fieber bekommt, verunsichert das viele Eltern. Ist das eine normale Impfreaktion? Oder steckt doch etwas anderes dahinter?
Zur Beruhigung vorweg: Leichtes Fieber nach einer Impfung ist häufig ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Nicht jedes Kind bekommt Fieber – und weder Fieber noch fehlendes Fieber sagen etwas darüber aus, wie gut die Impfung wirkt.
Wann tritt Fieber nach einer Impfung auf?
Bei den meisten Standardimpfungen beginnt Fieber innerhalb der ersten 24 Stunden und klingt nach ein bis zwei Tagenwieder ab.
Bei einigen Impfstoffen – zum Beispiel gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) – kann Fieber auch erst nach etwa einer Woche auftreten. Auch das ist eine bekannte und meist harmlose Impfreaktion.
Wenn dein Kind nach einer Impfung Fieber entwickelt, hilft deshalb immer ein Blick darauf, welche Impfung es erhalten hat und wann sie gegeben wurde.
Welche Impfreaktionen sind normal?
Neben leichtem Fieber können nach einer Impfung auch andere Beschwerden auftreten.
Dazu gehören zum Beispiel:
- leicht erhöhte Temperatur oder Fieber
- Müdigkeit
- mehr Nähebedürfnis
- Unruhe oder Weinerlichkeit
- weniger Appetit
- Rötung, Schwellung oder Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle
Diese Beschwerden verschwinden meist innerhalb weniger Tage von selbst.
Wann steckt wahrscheinlich etwas anderes dahinter?
Nicht jedes Fieber nach einer Impfung wird durch die Impfung verursacht. Gerade kleine Kinder bekommen häufig Infekte – manchmal beginnt eine Erkältung oder ein Magen-Darm-Infekt zufällig kurz nach dem Impftermin.
Dafür spricht eher, wenn:
- das Fieber länger anhält als erwartet,
- Husten, Durchfall oder Erbrechen hinzukommen,
- dein Kind insgesamt deutlich kränker wirkt,
- oder der zeitliche Verlauf nicht zur erhaltenen Impfung passt.
Wann solltet ihr die Kinderarztpraxis kontaktieren?
Lass dein Kind ärztlich untersuchen, wenn:
- dein Baby jünger als 3 Monate ist und 38,0 °C oder mehr Fieber hat,
- das Fieber mehrere Tage anhält,
- dein Kind kaum trinkt,
- es ungewöhnlich schläfrig, apathisch oder schwer weckbar wirkt,
- Atemprobleme auftreten,
- die Einstichstelle stark anschwillt, sehr schmerzhaft wird oder Eiter bildet,
- oder du insgesamt das Gefühl hast, dass es deinem Kind deutlich schlechter geht als bei einer normalen Impfreaktion zu erwarten wäre.
Nicht die Temperatur allein entscheidet, sondern immer der Allgemeinzustand und der Verlauf.
Was hilft deinem Kind jetzt?
Nach einer Impfung brauchen die meisten Kinder vor allem Ruhe.
Hilfreich sind:
- ausreichend trinken
- Schlaf und Erholung ermöglichen
- leichte Kleidung bei Fieber
- die Einstichstelle möglichst nicht unnötig reizen
- dein Kind beobachten, statt ständig Fieber zu messen
Oft geht es Kindern bereits nach ein bis zwei Tagen wieder deutlich besser.
Diese Beobachtungen helfen der Kinderarztpraxis
Falls ihr Rücksprache haltet, helfen diese Informationen häufig weiter:
- Welche Impfung hat dein Kind erhalten?
- Wann wurde geimpft?
- Wann hat das Fieber begonnen?
- Wie hoch war die Temperatur ungefähr und wie wurde gemessen?
- Trinkt dein Kind ausreichend?
- Wie wirkt es zwischen den Fieberphasen?
- Gibt es weitere Beschwerden wie Husten, Ausschlag oder Erbrechen?
- Wie sieht die Einstichstelle aus?
Gerade der zeitliche Verlauf hilft dabei, eine normale Impfreaktion besser von einem gleichzeitig beginnenden Infekt zu unterscheiden.




