An warmen Sommertagen oder während einer Hitzewelle fragen sich viele Eltern: Trinkt mein Kind genug? Braucht mein Baby jetzt zusätzlich Wasser? Und woran erkenne ich, dass es zu wenig Flüssigkeit bekommt?
Gerade Babys und kleine Kinder verlieren bei Hitze schneller Flüssigkeit als Erwachsene. Gleichzeitig können sie ihren Durst oft noch nicht gut äußern. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig Getränke anzubieten und auf erste Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels zu achten.
Warum ist Trinken bei Hitze besonders wichtig?
Kinder haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht einen höheren Flüssigkeitsbedarf als Erwachsene.
Bei hohen Temperaturen verlieren sie zusätzlich Wasser:
- durch Schwitzen,
- beim Spielen und Toben,
- durch schnelleres Atmen,
- oder bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen.
Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass Kinder müde, gereizt oder weniger belastbar sind.
Wie viel sollten Babys und Kleinkinder trinken?
Der Flüssigkeitsbedarf hängt vom Alter, der Ernährung und der Aktivität deines Kindes ab. An heißen Tagen kann der Bedarf höher sein als gewöhnlich.
Babys unter sechs Monaten
Gestillte Babys benötigen in der Regel kein zusätzliches Wasser. Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Kindes an. Viele Babys möchten bei Hitze einfach häufiger trinken.
Auch Säuglinge, die ausschließlich Pre-Nahrung erhalten, brauchen normalerweise kein zusätzliches Wasser. Biete stattdessen häufiger kleinere Milchmahlzeiten an.
Wenn dein Baby Fieber hat, Durchfall oder Erbrechen entwickelt oder ungewöhnlich schlapp wirkt, solltest du die Kinderarztpraxis kontaktieren.
Babys ab Beikostbeginn
Mit Beginn der Beikost kannst du zu den Mahlzeiten kleine Mengen Wasser anbieten.
An heißen Tagen trinken viele Babys etwas häufiger. Muttermilch oder Säuglingsnahrung bleiben im ersten Lebensjahr dennoch die wichtigste Flüssigkeitsquelle.
Kleinkinder
Für Kleinkinder gilt:
- regelmäßig Wasser anbieten,
- nicht erst warten, bis dein Kind Durst äußert,
- Getränke gut erreichbar bereitstellen,
- nach Bewegung oder Spielen zusätzliche Trinkpausen einlegen.
Die benötigte Trinkmenge ist individuell und steigt bei Hitze häufig an.
Welche Getränke eignen sich?
Am besten geeignet sind:
- Wasser,
- ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees (altersgerecht),
- bei älteren Kindern gelegentlich stark verdünnte Saftschorlen.
Weniger geeignet sind:
- Softdrinks,
- Eistee,
- Energydrinks,
- stark zuckerhaltige Getränke,
- unverdünnte Säfte.
Sie enthalten oft viel Zucker und löschen den Durst nicht dauerhaft.
Woran erkennst du, dass dein Kind ausreichend trinkt?
Ein gut versorgtes Kind:
- wirkt aufmerksam,
- hat feuchte Lippen und einen feuchten Mund,
- uriniert regelmäßig,
- der Urin ist meist hellgelb,
- spielt und bewegt sich altersentsprechend.
Gerade an heißen Tagen lohnt es sich, regelmäßig auf diese Zeichen zu achten.
Woran erkennst du einen Flüssigkeitsmangel?
Erste Hinweise können sein:
- trockene Lippen oder trockener Mund,
- deutlich weniger nasse Windeln,
- dunkler Urin,
- ungewöhnliche Müdigkeit,
- Reizbarkeit,
- eingefallene Augen,
- Trinkunlust,
- wenig oder keine Tränen beim Weinen.
Diese Anzeichen sollten ernst genommen werden.
So gelingt Trinken im Alltag leichter
Viele Kinder trinken besser, wenn Trinken selbstverständlich zum Tagesablauf gehört.
Hilfreich sind:
- regelmäßig Getränke anbieten,
- eine eigene Trinkflasche dabeihaben,
- gemeinsam trinken,
- nach jedem Spielen im Freien eine Trinkpause einlegen,
- wasserreiches Obst und Gemüse wie Melone oder Gurke anbieten.
Gerade beim Spielen vergessen Kinder ihren Durst oft.
Wann solltest du die Kinderarztpraxis aufsuchen?
Eine kinderärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn dein Kind:
- kaum trinken möchte,
- deutlich weniger Urin ausscheidet,
- sehr schlapp wirkt,
- Fieber, Durchfall oder Erbrechen hat und gleichzeitig wenig trinkt,
- oder du den Eindruck hast, dass sich ein Flüssigkeitsmangel entwickelt.
Vor allem bei Babys kann sich der Zustand rasch verschlechtern.
Wann solltest du sofort medizinische Hilfe holen?
Suche umgehend medizinische Hilfe, wenn dein Kind:
- kaum noch ansprechbar ist,
- wiederholt erbricht und keine Flüssigkeit bei sich behalten kann,
- Krampfanfälle entwickelt,
- Atemprobleme bekommt,
- oder deutliche Zeichen einer schweren Austrocknung zeigt.
Diese Situationen müssen rasch behandelt werden.
Das solltest du wissen
An heißen Tagen benötigen Babys und Kleinkinder häufig mehr Flüssigkeit als sonst. Gestillte Babys trinken meist einfach häufiger, während ältere Babys und Kleinkinder zusätzlich regelmäßig Wasser angeboten bekommen sollten. Entscheidend ist nicht eine bestimmte Trinkmenge, sondern wie dein Kind insgesamt wirkt, ob es regelmäßig uriniert und ausreichend trinkt. Bei Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels oder wenn dein Kind kaum trinken möchte, sollte es kinderärztlich untersucht werden.





