Die Nase läuft, dein Kind niest ständig und hustet immer wieder. Gerade im Frühjahr oder Herbst fragen sich viele Eltern: Hat mein Kind eine Erkältung – oder könnte es eine Allergie sein?

Das ist gar nicht immer leicht zu unterscheiden. Denn einige Beschwerden ähneln sich. Es gibt aber typische Hinweise, die dabei helfen können, die Ursache besser einzuordnen.

Wodurch unterscheiden sich Erkältung und Allergie?

Eine Erkältung wird durch Viren verursacht und klingt meist nach einigen Tagen von selbst wieder ab.

Eine Allergie entsteht dagegen, wenn das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare überreagiert. Solange der Kontakt zum Auslöser besteht, können die Beschwerden anhalten oder immer wieder auftreten.

Welche Beschwerden sprechen eher für eine Erkältung?

Eine Erkältung beginnt häufig langsam und entwickelt sich innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Typische Anzeichen sind:

  • Schnupfen mit zunächst klarem, später oft zäherem Nasensekret
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • leichtes bis mäßiges Fieber
  • Müdigkeit
  • verminderter Appetit
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Die Beschwerden bessern sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Welche Beschwerden sprechen eher für eine Allergie?

Bei einer Allergie stehen häufig andere Symptome im Vordergrund.

Zum Beispiel:

  • plötzliches, häufiges Niesen
  • dauerhaft laufende, klare Nase
  • starker Juckreiz an Nase, Augen oder Gaumen
  • tränende oder gerötete Augen
  • Beschwerden vor allem draußen während der Pollensaison oder nach Kontakt mit Tieren
  • kaum oder kein Fieber
  • ansonsten oft guter Allgemeinzustand

Viele Kinder wirken trotz der Beschwerden fit und spielen ganz normal weiter.

Kann eine Allergie auch Husten verursachen?

Ja. Vor allem wenn Pollen oder andere Allergene die Atemwege reizen, kann ein trockener Reizhusten auftreten. Manche Kinder räuspern sich häufig oder müssen besonders nachts oder beim Toben husten.

Ein produktiver Husten mit Schleim spricht dagegen häufiger für einen Infekt.

Gibt es typische Unterschiede im Verlauf?

Der zeitliche Verlauf liefert oft wichtige Hinweise.

Für eine Erkältung spricht:

  • Beschwerden beginnen nach Kontakt zu erkälteten Personen.
  • Die Symptome verändern sich von Tag zu Tag.
  • Nach ein bis zwei Wochen geht es meist wieder besser.

Für eine Allergie spricht:

  • Beschwerden treten immer wieder zur gleichen Jahreszeit auf.
  • Sie beginnen nach Kontakt mit bestimmten Auslösern.
  • Sie bessern sich im Urlaub oder bei Regen.
  • Sie halten über Wochen an oder kommen regelmäßig zurück.

Wann könnte Heuschnupfen beginnen?

Viele Eltern denken, Allergien träten erst bei Schulkindern auf. Tatsächlich kann Heuschnupfen bereits im Kleinkindalter beginnen, auch wenn das seltener ist.

Vor allem wenn:

  • Allergien in der Familie vorkommen,
  • dein Kind zusätzlich Neurodermitis oder Asthma hat,
  • oder die Beschwerden jedes Frühjahr oder jeden Sommer wiederkehren,

kann eine allergische Ursache wahrscheinlicher sein.

Was kannst du zunächst tun?

Wenn du den Verdacht auf eine Allergie hast, beobachte möglichst genau:

  • Wann treten die Beschwerden auf?
  • Sind sie drinnen oder draußen stärker?
  • Gibt es bestimmte Jahreszeiten oder Situationen?
  • Sind die Augen mit betroffen?
  • Hat dein Kind Fieber oder wirkt es krank?

Diese Informationen helfen dabei, den Verlauf besser einzuordnen.

Wann solltest du die Kinderarztpraxis aufsuchen?

Eine kinderärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:

  • die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten,
  • dein Kind immer wieder zur gleichen Jahreszeit ähnliche Symptome entwickelt,
  • starke Augenbeschwerden auftreten,
  • Husten oder Atemprobleme hinzukommen,
  • dein Kind nachts häufig hustet,
  • oder du den Verdacht auf eine Allergie hast.

Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen oder eine Überweisung zu einer allergologischen Abklärung sinnvoll sein.

Das solltest du wissen

Schnupfen und Husten können sowohl durch eine Erkältung als auch durch eine Allergie verursacht werden. Während eine Erkältung meist nach wenigen Tagen wieder abklingt und häufig mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergeht, sprechen wiederkehrende Beschwerden ohne Fieber, starker Juckreiz und tränende Augen eher für eine Allergie. Der zeitliche Verlauf liefert oft die wichtigsten Hinweise.